ditech hat unlängst einen neuen Store eröffnet. Das ist nicht ungewöhnlich. Auch nicht, dass er auf der Mariahilferstraße liegt. Ungewöhnlich ist aber, dass ditech quasi als Untermieter in einer Thalia Buchhandelsfiliale untergebracht ist.
ditech spricht darüber, dass man damit vorwiegend weibliche Kundschaft gewinnen möchte – da Buchgeschäfte offensichtlich mehrheitlich von weiblichem Klientel besucht werden.
Spannend ist aber, warum gerade Thalia sich einen Computerhändler ins Haus holt. Die Antwort liegt darin, dass Buchhandel heutzutage etwas ist, was nicht mehr unbedingt gebraucht wird. Es gibt zwei Trends. Der eine Trend ist Bücher übers Internet zu bestellen – z.b. über Amazon. Der zweite Trend ist Bücher in elektronischer Form zu lesen (s.g. E-Books) auch hier ist wiederum Amazon der Markführer. Medienberichten zufolge steuert Amazon darauf zu 50% des Buchmarktes in den USA bis ende 2012 zu kontrollieren.
Ich war unlängst in Seattle in einem großen Barnes & Nobles Buchgeschäft (in etwa vergleichbar mit Thalia bei uns). Was mir sofort aufgefallen ist – die Verkaufsfläche für Bücher war wesentlich kleiner geworden. Dafür waren neue Artikel dazugekommen. Der Bereich für Schreibwaren war um einiges größer, und es gab nun auch Spielzeuge im Buchgeschäft zu erwerben.
Warum ist dem so? Nun eine große Verkaufsfläche kostet Geld – wenn diese Verkaufsfläche noch dazu so prominent ist, wie auf der Mariahilferstraße – dann kostet sie viel Geld. Dieses Geld muss erst einmal verdient werden. Teure Verkaufsflächen und sinkende Umsätze im Buchhandel verlangen neue Ideen um Kundschaft ins Geschäft zu bringen. Andererseits wird ein Teil der teuren Kosten der Verkaufsfläche an den Untermieter ditech weitergegeben – so senkt Thalia die Kosten für den Standort.
Dies zeigt aus meiner Sicht sehr schön auf, wie der Buchhandel immer mehr unter Druck gerät. Und der Trend zu e-Books wird das verschwinden der traditionellen Buchhändler nur noch beschleunigen. Einzig die Buchpreisbindung auf e-Books die es anachronistischer weise noch in Österreich gibt, hilft diesen Trend noch zu verlangsamen.


Quelle: Werner's Blog