• Geplante Obsoleszenz

      Geplante Obsoleszenz beschreibt das Phänomen, dass kurz nach Ende der Garantiezeit ein Gerät defekt wird. Der ahnungslose User möchte vielleicht an einen bösen Zufall denken. Leider ist das Lebensende eines Gerätes aber in vielen Fällen bereits vom Designer festgelegt worden.

      Es gibt Beispiele, wo zum Beispiel in einem Drucker ein Chip integriert ist, der mitzählt, wie viele Seiten gedruckt wurden. Ist die Seitenzahl erreicht, so stellt der Drucker mit einer obskuren Fehlermeldung den Betrieb ein. Trägt man nun das Gerät zur nächstgelegenen Servicestelle, wird der Techniker (vermutlich gegen Gebühr) feststellen, dass die Elektronik getauscht werden muss, und dass sich daher eine Reparatur nicht auszahlt. In diesem konkreten Fall hat aber ein findiger Anwender das Problem erkannt und eine kleine Software geschrieben, die den Seitenzähler wieder zurückstellt – und der Drucker druckt brav weiter.

      Ein anderes Beispiel, wenn auch weniger krass, sind Gerätehersteller, die nach Einführung eines neuen Betriebssystems einfach keine neuen Treiber für Ihre Geräte mehr anbieten. D.h., man kann das Gerät zwar unter dem alten Betriebssystem weiter betreiben – kaum möchte man aber ein Upgrade durchführen, ist man gezwungen, sich ein neues Gerät zu kaufen.
      Weitere Beispiele von solchen Praktiken sind z.B. in Mobiltelefonen fest verbaute Akkus. D.h., spätestens wenn der Akku seinen Geist aufgibt, muss man sich ein neues Smartphone zulegen, weil der Akku selbst nicht getauscht werden kann; und weil der Tausch in der Werkstätte zu hohe Kosten verursacht und sich ein Tausch daher nicht auszahlt.

      Auch dass bei Defekten bestimmte Bauteile nicht getauscht werden können, sondern nur ganze Baugruppen als Ersatzteil angeboten werden – ist eine gängige Praxis. Z.b. werden bei elektronischen Baugruppen oft billigste Elektrolytkondensatoren eingesetzt, die nach einigen Jahren dann ihren Geist aufgeben (bzw.explodieren). Der Bauteil kostet wenige Cent, wenn man ihn selbst auslötet und wieder einlötet. Als Ersatzteil wird jedoch nur die gesamte Platine angeboten.

      Das alles dient natürlich nur einem Zweck: Der Herstellerfirma Umsätze zu bescheren – wenn derK unde sein altes Gerät auf den Schrott wirft. Heutzutage ist kein Konsument bereit, für langlebigere Produkte mehr Geld auszugeben. Geld wird für coole Produkte bezahlt, nicht aber für qualitativ hochwertige Produkte. So ist das Gerät mit dem fest eingebauten Akku z.B. ein Kultgerät geworden. Die Tauschmöglichkeit des Akkus wird vom Konsumenten also nicht unbedingt als Mehrwert angesehen.

      Die geplante Obsoleszenz hat also den Vorteil, dass der Elektronikindustrie zusätzliche Umsätze beschert werden, den Nachteil für den Konsumenten, dass er öfter neue Hardware kaufen muss, als vielleicht notwendig wäre. Für die Umwelt hat diese Vorgehensweise natürlich auch gravierende Nachteile – nämlich dass enorm viel Elektronikschrott produziert wird. Dieser Elektronikschrott beinhaltet nicht nur sehr viele Edelmetalle (z.B. Gold) und andere Rohstoffe –sondern auch sehr viel an giftigen Substanzen. Wenn der Schrott also nicht dem Recycling zugeführt wird, sondern irgendwo in Afrika endgelagert wird (was lange Zeit verbotene aber gängige Praxis war) dann schaden wir damit nicht nur unserer Geldbörse, sondern auch massiv der Umwelt.

      Wir möchten uns also als ClubComputer.at, der sich zum Motto gemacht hat, unsere Mitglieder in die digitale Zukunft zu begleiten, auch diesem Thema verstärkt annehmen. Habt Ihr Ideen was wir hier gemeinsam tun könnten, um hier eine Veränderung einzuleiten?

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