georgie
14.01.2012, 16:43
Teure Freischaltung für kostenlosen E-Mail-Account
Kostenlose E-Mail-Dienste werden nicht aus Nächstenliebe angeboten. Mit Werbeeinnahmen und dem Sammeln und Verwerten gesuchter Daten kommen die Anbieter durchaus auf ihre Rechnung. Und dass so mancher Anbieter bei Problemen nur über teure Mehrwertnummern erreichbar ist, wird wohl auch zum Gewinn beitragen.
Postfach gehackt
Ernst Pürcher aus der Steiermark wurde vor kurzem von seinem Freemail-Anbieter Gmx per E-Mail informiert, dass sich unbekannte Dritte Zugang zu seinem Postfach verschafft haben und von dort Spam-Mails verschicken. In der Gmx-Nachricht stand, so erzählter, er möge umgehend sein Kennwort ändern. Zu seiner Sicherheit sei das Empfangen von E-Mails weiterhin möglich, jedoch das Versenden sei gesperrt worden.
Alles kostenpflichtig
Ernst Pürcher änderte also, wie ihm aufgetragen worden war, sein Kennwort und wollte sich dann mit Gmx in Verbindung setzen, um sein Postfach wieder freischalten zu lassen. Das war aber nur über eine Mehrwertnummer möglich, wie er feststellen musste. Man kann mit Gmx nicht kommunizieren, sagt er. Man könne an Gmx keine E-Mail schreiben, man könne nur anrufen oder faxen und sogar das Fax sei kostenpflichtig.
Teure Hotline
Ein Telefonat kostet pro Minute einen Euro 81.
Er habe dann bei Gmx angerufen, erzählt Ernst Pürcher und cirka fünf Minuten nur Musik gehört. Da habe er dann aufgelegt und sich gedacht, dass er sich nicht darauf einlassen möchte. Ein zehnminütiges Gespräch würde schon 18 Euro kosten und vielleicht werde das noch mehr in die Länge gezogen.
Gmx-Stellungnahme
In Internetforen ist nachzulesen, dass Ernst Pürcher kein Einzelfall ist. Ob es sich dabei, wie Herr Pürcher vermutet, um eine Geldbeschaffungsaktion handelt, können wir nicht beurteilen. Gmx geht in der Stellungnahme an Help auf diese Vermutung nicht ein, sondern weist darauf hin, dass es sich um ein Sicherheitsservice handle, das auch Nutzern des kostenlosen Free-Mail-Dienstes zur Verfügung stehe. Und weiters schreibt Gmx: "Um sicherzustellen, dass der rechtmäßige Inhaber den E-Mail-Account wieder freischaltet, muss sich dieser per Telefon authentifizieren. In Österreich können wir dies leider derzeit nicht kostenlos anbieten. Wir prüfen aber alternative Authentifizierungsmöglichkeiten."
Rechtlich zulässig
Für Help-Rechtskonsulent Sebastian Schumacher ist diese Vorgangsweise zwar nicht gerade kundenfreundlich, aber rechtlich zulässig: "Nur dann, wenn es ein Gewährleistungsfall wäre, wäre es nicht zulässig, dass Beschwerden nur über eine kostenpflichtige Mehrwertnunmmer abgewickelt werden. Ein solcher Gewährleistungsfall liegt hier aber nicht vor, sagt der Jurist.
Abgesehen davon, dass nicht Gmx sondern ein Hacker für den Leistungsausfall verantwortlich ist, gibt es bei unentgeltlichen Geschäften prinzipiell keine Gewährleistung.
Bleibt nachzutragen, dass für Ernst Pürcher nach der help-Anfrage sein Gmx-Postfach nun auch ohne teuren Mehrwert-Anruf wieder freigeschaltet wurde.
http://help.orf.at/stories/1693069/
Kostenlose E-Mail-Dienste werden nicht aus Nächstenliebe angeboten. Mit Werbeeinnahmen und dem Sammeln und Verwerten gesuchter Daten kommen die Anbieter durchaus auf ihre Rechnung. Und dass so mancher Anbieter bei Problemen nur über teure Mehrwertnummern erreichbar ist, wird wohl auch zum Gewinn beitragen.
Postfach gehackt
Ernst Pürcher aus der Steiermark wurde vor kurzem von seinem Freemail-Anbieter Gmx per E-Mail informiert, dass sich unbekannte Dritte Zugang zu seinem Postfach verschafft haben und von dort Spam-Mails verschicken. In der Gmx-Nachricht stand, so erzählter, er möge umgehend sein Kennwort ändern. Zu seiner Sicherheit sei das Empfangen von E-Mails weiterhin möglich, jedoch das Versenden sei gesperrt worden.
Alles kostenpflichtig
Ernst Pürcher änderte also, wie ihm aufgetragen worden war, sein Kennwort und wollte sich dann mit Gmx in Verbindung setzen, um sein Postfach wieder freischalten zu lassen. Das war aber nur über eine Mehrwertnummer möglich, wie er feststellen musste. Man kann mit Gmx nicht kommunizieren, sagt er. Man könne an Gmx keine E-Mail schreiben, man könne nur anrufen oder faxen und sogar das Fax sei kostenpflichtig.
Teure Hotline
Ein Telefonat kostet pro Minute einen Euro 81.
Er habe dann bei Gmx angerufen, erzählt Ernst Pürcher und cirka fünf Minuten nur Musik gehört. Da habe er dann aufgelegt und sich gedacht, dass er sich nicht darauf einlassen möchte. Ein zehnminütiges Gespräch würde schon 18 Euro kosten und vielleicht werde das noch mehr in die Länge gezogen.
Gmx-Stellungnahme
In Internetforen ist nachzulesen, dass Ernst Pürcher kein Einzelfall ist. Ob es sich dabei, wie Herr Pürcher vermutet, um eine Geldbeschaffungsaktion handelt, können wir nicht beurteilen. Gmx geht in der Stellungnahme an Help auf diese Vermutung nicht ein, sondern weist darauf hin, dass es sich um ein Sicherheitsservice handle, das auch Nutzern des kostenlosen Free-Mail-Dienstes zur Verfügung stehe. Und weiters schreibt Gmx: "Um sicherzustellen, dass der rechtmäßige Inhaber den E-Mail-Account wieder freischaltet, muss sich dieser per Telefon authentifizieren. In Österreich können wir dies leider derzeit nicht kostenlos anbieten. Wir prüfen aber alternative Authentifizierungsmöglichkeiten."
Rechtlich zulässig
Für Help-Rechtskonsulent Sebastian Schumacher ist diese Vorgangsweise zwar nicht gerade kundenfreundlich, aber rechtlich zulässig: "Nur dann, wenn es ein Gewährleistungsfall wäre, wäre es nicht zulässig, dass Beschwerden nur über eine kostenpflichtige Mehrwertnunmmer abgewickelt werden. Ein solcher Gewährleistungsfall liegt hier aber nicht vor, sagt der Jurist.
Abgesehen davon, dass nicht Gmx sondern ein Hacker für den Leistungsausfall verantwortlich ist, gibt es bei unentgeltlichen Geschäften prinzipiell keine Gewährleistung.
Bleibt nachzutragen, dass für Ernst Pürcher nach der help-Anfrage sein Gmx-Postfach nun auch ohne teuren Mehrwert-Anruf wieder freigeschaltet wurde.
http://help.orf.at/stories/1693069/